Puppen aus Thüringen

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Puppen aus Thüringen
Christel Captijn-Müller
Braamberg 34
2716 EN – Zoetermeer / Niederlande


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Unter den Puppenmachern, die Replikate von antiken Puppen aus Porzellan herstellen, gibt es wahre Künstler. Einem dieser Künstler, dem flämischen Bernard Terrie möchte ich eine Seite widmen, weil er in seinem Artikel das Gesicht des Lieblings aus der Sicht eines Puppenmachers beschreibt, der ich nur beipflichten kann.

Sein Artikel erschien in „Geppetto“ Nr. 51, einer Ausgabe von „Het Gents Poppenatelier“ in Melle/Belgien und war der niederländischen Fachzeitschrift „Poppen“ Nr. 64 vom Juni 2004 hinzugefügt.

Mein Liebling

Kämmer & Reinhardt 117 A

Muss man noch schreiben, was bereits hundertmal vorher geschrieben wurde? Diese Frage stellt man sich oft, wenn man für eine Puppenzeitschrift arbeitet.
Über zahlreiche Klassiker ist schon so viel Tinte geflossen, dass eine nochmalige Wiederholung der Geschichte ein wenig peinlich wird. Man kann auch schwerlich etwas anderes tun, als aus dem Werk anderer zu zitieren. Das ist ein schönes 
Wort für „abschreiben“. Fürwahr nicht die nobelste Literaturform.
Mein Liebling von K&R ist dafür ein typisches Beispiel. Lesen Sie das Werk von Jan Foulke und Sie erhalten alle Informationen aus erster Hand. Diese Überlegung brachte mich auf den Gedanken, an diese Puppe aus der Sicht eines Puppenmachers heranzugehen.

P1030105.JPGMein Interesse für diese Puppe wurde vor einiger Zeit geweckt, als ich eine Gipsform für sie herstellen musste. Eigentlich ist diese Arbeit Routine. Die Matrize kommt auf den Giesstisch und wird zunächst auf Sauberkeit geprüft.
Bei dieser Arbeit nun wurde ich getroffen durch die absolute Schönheit des Gesichts. Die Puppe wurde eindeutig von einem Meisterbildhauer entworfen nach dem Vorbild eines Kindes. Auffallend ist das freundliche Gesicht des Kindes, ohne dass diese Gesichtszüge extrapoliert sind.

Es lacht nicht wirklich.

Es hat einen ruhigen zufriedenen Gesichtsausdruck mit einer gewissen Serenität.
Bremsen Sie mich, sonst werde ich poetisch bei meiner Beschreibung!

Durch diese Eigenschaften ist die Puppe auch besonders beliebt bei Puppenmachern, die ihrem Werk gern eine persönliche Note zufügen wollen. Bei vielen Modellen kann man eigentlich nichts anderes tun, als dem Konzept des Entwurfs zu folgen.
Versuchen Sie zum Beispiel einmal, das breite Lächeln bei der SFBJ 236 zu vertuschen. Es gelingt nicht.

Mein Liebling lässt dies wohl zu.

Man kann - ohne den Regeln der Herstellung von Replikaten Gewalt anzutun - die Mundecken korrigieren. Wenn man die Wimpern etwas länger malt, erhält die Puppe einen offeneren Blick. Die Platzierung der Augenbrauen kann man (ohne zu übertreiben!) anpassen und damit der Puppe etwas Besonderes geben.
Herrlich ist das.

Bernard Terrie